Nach Bandscheibenvorfall


Antibiotika gegen Rückenschmerzen
Nach Bandscheibenvorfall

Bakterien als Auslöser von chronischen Rückenschmerzen? Dafür sprechen die Ergebnisse einer dänischen Studie. Die Forscher wiesen Bakterien in den Bandscheiben bei jedem zweiten Rückenpatienten nach. In diesen Fällen linderte die Einnahme eines Antibiotikums die Schmerzen am Rücken.

Jeder Zweite hat Bakterien in der Bandscheibe

Bandscheiben bestehen aus zwei Teilen: einem äußeren Faserring und einem inneren Gallertkern. Bei einem Bandscheibenvorfall treten Teile der Bandscheibe vor und drücken auf die Nerven im Rückenmark. Schwere Fälle erfordern eine Operation. Die Wissenschaftler stützten sich auf die Daten von 61 Patienten, die einen schweren Bandscheibenvorfall hatten. Im Rahmen der korrigierenden Operation entfernten die behandelnden Chirurgen den Gallertkern der vorgesprungenen Bandscheibe. Den entnommenen Gallertkern untersuchten die Forscher auf Bakterien – und wurden in gut der Hälfte der Fälle fündig. Der häufigste Keim war das Aknebakterium.

Bei 80 Prozent der Patienten, bei denen die Forscher Bakterien im Gallertkern fanden, entwickelte sich nach dem Eingriff ein Knochenmarködem, also eine vermehrte Wasseransammlung im Knochen. Bei Patienten ohne Bakterienbesiedlung traten Ödeme fünfmal seltener auf. Nach Ansicht von Claus Manniche, einem der verantwortlichen dänischen Forscher, weisen Knochenmarködeme deshalb auf eine bakterielle Besiedlung der Bandscheibe hin.

Pillen statt Skalpell?

In einer zweiten Studie untersuchten die Forscher 162 Patienten mit Knochenmarködem, die nach einem erlittenen Bandscheibenvorfall mindestens sechs Monate an Rückenschmerzen litten. Die Forscher nahmen an, dass viele von ihnen eine bakterielle Infektion der Bandscheiben haben, die zu Entzündungen führt. Sie vermuteten, dass die Schmerzen der Patienten zum Teil auf diese Entzündungen zurückzuführen sind. Die Mediziner gaben der einen Hälfte der Studienteilnehmer über die Dauer von 100 Tagen ein Breitband-Antibiotikum, der anderen Hälfte ein wirkungsloses Placebo. Weder Untersucher noch Patienten wussten, wer ein Antibiotikum einnahm und wer ein Placebo.

Am Ende der Behandlung gaben die Patienten mit Antibiotikatherapie an, dass sich ihre Beschwerden merklich verbessert haben. Die Placebos dagegen hatten die Schmerzen nicht abgeschwächt. Auch bei einer Nachuntersuchung nach einem Jahr ging es den Patienten, die Antibiotika einnahmen, deutlich besser.
Weitere Studien sollen die Ergebnisse untermauern. Die Forscher hoffen für die Zukunft, dass eine Antibiotikatherapie etwa die Hälfte aller Bandscheibenoperationen überflüssig macht.

News

Asthma durch Katzenkontakt?
Asthma durch Katzenkontakt?

Einfluss durch Tierhaare

Asthma kann durch Allergene wie Pollen ausgelöst werden. Doch wie ist es mit Katzenhaaren?   mehr

Wie sinnvoll ist der Cortisol-Detox?
Wie sinnvoll ist der Cortisol-Detox?

Müde, zu dick und unkonzentriert

Müdigkeit, Gewichtszunahme und Konzentrationsprobleme – etliche Influencer*innen behaupten in den sozialen Medien, dass daran ein „zu hoher Cortisolspiegel“ schuld ist. Empfohlen wird dann meist eine Cortisol-Entgiftung. Das ist allerdings nicht nur medizinisch sinnlos. Manche der propagierten Methoden können sogar gefährlich werden.   mehr

Vitamin-K-Prophylaxe für Babys
Vitamin-K-Prophylaxe für Babys

Verzicht bedeutet Gefahr

Die Vitamin-K-Gabe nach der Geburt schützt Babys vor Gehirnblutungen. Wie wichtig diese Prophylaxe ist, unterstreicht eine schwedische Untersuchung.   mehr

Morgens oder abends schlucken?
Morgens oder abends schlucken?

Mittel gegen hohen Blutdruck

Lange hieß es, Blutdrucksenker sollten morgens eingenommen werden. Dann wurde wieder zur abendlichen Einnahme geraten. Was stimmt denn nun?   mehr

Hitze lässt schneller altern
Zwei gut gelaunte ältere Männer in Liegestühlen an einem tropischen Strand.

Auswirkung auf Lebenserwartung

Die Zeit der Rente an der Sonne verbringen? Einigen erscheint der Gedanke verlockend. Doch Vorsicht: Der Umzug in warme Länder kann unter Umständen die Lebenserwartung verkürzen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Hof-Apotheke
Inhaber Burkhard Knoben
Telefon 0241/3 97 24
E-Mail hof-apo-aachen@t-online.de